Nach erfolgreicher Installation einer Kreislauf-Toilette kann es mit der “Ressourcen-Sammlung” losgehen. Im Folgenden wird der Fall beschrieben, wenn die stoffliche Verwertung direkt auf dem eigenen Grundstück erfolgen soll. Entsprechend ist davon auszugehen, dass die Ausscheidungen von einem definierten Kreis an Bewohnern gesammelt wurden und mögliche Infektionsrisiken minimiert sind. Es werden hier unsere Beobachtungen und das Vorgehen bei speziellen Rahmenbedingungen gezeigt. Wir übernehmen keine Gewähr und keine Haftung!

Schauen wir uns im folgenden Video erstmal das wertvolle Endprodukt an. Es handelt sich um lebenden Humus, der aus den festen Ausscheidungen zusammen mit kohlenstoffhaltigem Material (Stroh/Grünschnitt) aber ohne Zusatz von Pflanzenkohle hergestellt wurde.

Zunächst ist im obigen Video 4 Jahre alter Humus mit mineralischem Anteil und einer auffallenden Vielzahl an Bodenlebewesen zu sehen. Das zweite Beet zeigt etwa 1,5 Jahre alten Kompost mit einem höheren organischen Anteil. Die Aufnahmen sind vom Herbst 2021.

Die Beet-Flächen werden jedes Jahr mit Hokkaido-Kürbissen bepflanzt und die Ertragsstärke bewertet.

Diese Aufnahmen aus dem Frühherbst 2021 zeigen eines der Versuchsbeete (Holzrahmen). Auffallend ist, dass die Hokkaido-Kürbisse (Starkzehrer) auf dem relativ frischen Kompost im 1. und 2. Jahr am besten wachsen und sehr viele große Kürbisse ausbilden. Einschlägige Literatur empfiehlt jedoch keinen Verzehr der auf diesen Beeten erzeugten Ernte. Es lässt sich aber Tierfutter einsetzen. Hasen lieben Kürbisse.

Doch wie kann das Vorgehen für eine rein gärtnerische Anwendung im “Selbstversorger-Garten” konkret aussehen?

Der Urin wird bereits in der Kreislauf-Toilette mit biologischen Zuschlagsstoffen versehen und dadurch stabilisiert. So kann auch sichergestellt werden, dass die gesammelten Ausscheidungen (Urin+Fäzes+Klopapier) im Anschluss kontrolliert fermentieren und hygienisieren. Diese Fermentierung beginnt schon während der Materialsammlung direkt im Sammelbehälter (hier ein blaues Spanndeckelfass).

Draufsicht auf ein geöffnetes blaues Spanndeckel-Fass mit entsprechendem Inhalt. Auffallend ist die weiß belegte Oberfläche und der relativ milde fruchtige Geruch noch vor kontrollierten Fermentation.

Entsprechend der unterschiedlichen Material-Dichte setzen sich die festen Stoffe im unteren Bereich des Fasses ab. Im oberen Bereich ist eine flüssige Schicht. Es besteht die Möglichkeit die flüssige und die festere Phase zu trennen. Die Trennung kann vor oder nach der Fermentierung erfolgen. Wir haben vor der Fermentierung den oberen dünnflüssigen Bereich abgeschieden, separat fermentiert, hygienisiert und dann direkt im Gehölzbereich (nicht im Gemüsegarten und auch nicht auf dem Spielrasen) als Flüssigdünger eingesetzt.

Die flüssige Phase aus dem Sammelbehälter (überwiegend Urin) wurde separat fermentiert und hygienisiert. Anschließend wird dieser Flüssigdünger bei Regenwetter verdünnt im Verhältnis 1/5 oder 1/10 an Gehölze oder Grünflächen gegeben. Die Effekte auf das Wachstum der Pflanzen sind im direkten Vergleich sehr beeindruckend. Weiter unten kommen wir noch auf die Studien von Hashemi aus Südkorea zu sprechen.

Im Folgenden wird gezeigt, wie wir mit der “schlammigen / festeren Phase” umgegangen sind. Das etwa zur Hälfte gefüllte Spanndeckel-Fass wurde mit etwas selbst erzeugter und ungeimpfter Pflanzenkohle versetzt.

Selbst erzeugte und ungeimpfte Pflanzenkohle kann dem “festen Material” zugeführt werden.

Holzpellets werden dem “festen Material” und der Holzkohle zudosiert. So wird Flüssigkeit gebunden.

Es wurden Holzpellets hinzugefügt um die Flüssigkeit zu binden und das Stickstoff/Kohlenstoff-Verhältnis zu verbessern. So wird der Stickstoff gebunden und ist “langzeit-verfügbar”.

Ganz oben wurde in das Fass noch eine Schicht Heu/Stroh gegeben.

Oben in das Fass kommt eine Schicht Heu/Stroh und teils auch noch etwas Pferdemist. Das Fass wird dann zur Fermentierung/Hygienisierung dicht verschlossen. Bei regelmäßigen Kontrollen wurde festgestellt, dass das Ferment angenehm mild und fruchtig roch. Daraus schließen wir, dass die Stabilisierung der Stoffe erfolgreich ist und reaktiver Stickstoff im Material erhalten bleibt.

Auf diesem Bild ist ein anderer Versuch mit Pferdemist und Urin zu sehen, nachdem die Stoffe gemeinsam mehrere Monate fermentiert wurden.

Nach mehren Monaten Fermentation wurde das Fass im Frühjahr entleer und in Betonkübeln für Pflanzversuche abgefüllt. Dabei wurde eine Mischung aus etwa 3/4 alter Blumenerde und 1/4 des “energiegeladenen Fermentes” eingesetzt. Die Pflanzen wuchsen sehr gut und brachten überdurchschnittliche Erträge.

Gut zum Thema passt eine anschauliche Studie aus Südkorea von Herrn Hashemi aus 2019.

Vorlage für unser Vorgehen waren diverse internationale Studien. Einer davon ist das obige Bild mit Rettich-Pflanzversuchen entnommen. Dabei hat das Substrat aus fermentiertem und hygienisiertem Urin+Fäzes die besten Erträge gebracht (Versuch 5). Auch die Inhaltsstoffe und deren Zusammensetzung waren dabei am optimalsten.

Geschlossene Kreisläufe für Nähr- und Spurenstoffe sorgen langfristig für hohe Erträge und gehaltvolle Lebensmittel!